Bandtrockner für Gärreste in Israel: Großanlage in Daya vor der Inbetriebnahme

Mitten in der Negev-Wüste, nur wenige Kilometer vom Kibbuz Gvulot entfernt, entsteht derzeit eine der anspruchsvollsten Trocknungsanlagen von Hans Binder der vergangenen Jahre.
Im Projekt IL-Daya in der Eshkol-Region wird eine rund 50 Meter lange Bandtrocknungsanlage für Gärreste aus der organischen Fraktion von Siedlungsabfall realisiert.
Die besondere Herausforderung: Das Ausgangsmaterial weist einen Feststoffgehalt von nur rund 20 % auf. Deshalb kann es nicht direkt auf einem Bandtrockner verarbeitet werden. Eine vorgeschaltete Rückmischeinheit bringt das Material zunächst auf eine trocknungsfähige Konsistenz.
Nach rund drei Wochen mechanischer und elektrischer Montage vor Ort steht die Anlage inzwischen weitgehend. Trocknungstunnel, Rückmischeinheit und Teile der Peripherie sind bereits installiert. Als nächster großer Schritt folgt nun die Inbetriebnahme.
Inhaltsverzeichnis
- Gärreste aus Siedlungsabfall trocknen und weiterverwerten
- Warum hochfeuchte Gärreste nicht direkt im Bandtrockner getrocknet werden können
- Die Lösung: modDryer-MRK-E-19-3 mit Rückmischeinheit
- Technische Daten der Bandtrocknungsanlage in Israel
- Montage des Bandtrockners unter extremen Bedingungen in der Negev-Wüste
- Wie unterstützt die Gärresttrocknung die Kreislaufwirtschaft?
- Nächster Schritt: Inbetriebnahme der Trocknungsanlage in Daya
- Fazit: Bandtrocknung hochfeuchter Gärreste mit Rückmischung
Gärreste aus Siedlungsabfall trocknen und weiterverwerten
Im Rahmen des Projekts IL-Daya errichtet Hans Binder gemeinsam mit einem lokalen Partner eine industrielle Trocknungsanlage. Das israelische Partnerunternehmen ist auf Umwelttechnik und Abfallwirtschaft spezialisiert.
Ausgangsmaterial ist die organische Fraktion kommunalen Siedlungsabfalls. Nach der Vergärung und dem Durchlauf durch eine Schneckenpresse bleibt ein feuchtes, nährstoffreiches Substrat zurück.
Ohne weitere Behandlung ist dieses Material allerdings weder lager- noch transportfähig. Deshalb übernimmt die Bandtrocknungsanlage einen entscheidenden Prozessschritt.
Die flüssige Presswasserphase der Gärreste wird getrocknet und dadurch in ein stabiles, lagerfähiges und weiterverwertbares Produkt überführt.
Damit zeigt das Projekt konkret, welche Rolle industrielle Trocknungstechnik in der Kreislaufwirtschaft spielen kann. Aus einem schwer handhabbaren Reststoff entsteht ein Produkt, das anschließend transportiert, gelagert und einer weiteren Verwertung zugeführt werden kann.
Warum hochfeuchte Gärreste nicht direkt im Bandtrockner getrocknet werden können
Der zu trocknende Presswasseranteil erreicht die Anlage mit einem Feststoffgehalt von lediglich rund 20 %. Damit ist das Material zu feucht, um direkt gleichmäßig auf das Trocknungsband aufgegeben zu werden.
Bei einer direkten Aufgabe auf einen klassischen Bandtrockner könnte das Material verschmieren. Außerdem könnte es ungleichmäßig trocknen oder das Trocknungsband verkleben.
Die technische Aufgabe bestand deshalb nicht allein darin, einen geeigneten Bandtrockner auszulegen. Vielmehr war ein Gesamtkonzept erforderlich, das die Beschaffenheit des Ausgangsmaterials berücksichtigt und gleichzeitig einen stabilen kontinuierlichen Trocknungsprozess ermöglicht.
ANFORDERUNGEN AN DIE TROCKNUNGSANLAGE IN DAYA
- große Mengen an feuchtem Presswasser prozesssicher aufnehmen
- den extremen klimatischen Bedingungen der Negev-Wüste standhalten
- über Jahre einen kontinuierlichen und wartungsarmen Betrieb ermöglichen
- die Anforderungen an Emissionen und Betriebssicherheit erfüllen
Die Lösung: modDryer-MRK-E-19-3 mit Rückmischeinheit
Zum Einsatz kommt ein modDryer-MRK-E-19-3, ein einstufiger Bandtrockner mit vorgeschalteter Rückmischeinheit.
Die Rückmischung ist ein zentraler Bestandteil des Anlagenkonzepts. Denn erst dadurch lässt sich das hochfeuchte Ausgangsmaterial für die anschließende Bandtrocknung vorbereiten.
WIE FUNKTIONIERT DIE RÜCKMISCHUNG BEI DER GÄRRESTTROCKNUNG?
Ein Teil des bereits getrockneten Endprodukts wird kontinuierlich mit dem feuchten Presswasser vermischt. Dadurch steigt der Feststoffanteil. Gleichzeitig verändert sich die Konsistenz so weit, dass sich das Material anschließend gleichmäßig auf das Trocknungsband aufgeben lässt.
Der Prozess lässt sich in drei Schritte unterteilen:
- Zunächst gelangt das feuchte Presswasser mit rund 20 % Feststoffgehalt zur Rückmischeinheit.
- Anschließend wird bereits getrocknetes Material kontinuierlich zurückgeführt und mit dem feuchten Ausgangsmaterial vermischt.
- Danach wird das aufbereitete Material gleichmäßig auf den Bandtrockner aufgegeben und getrocknet.
Nach der Rückmischung durchläuft das Material den Trocknungstunnel. Dabei wird die benötigte Wärme über Warmwasser-Wärmetauscher bereitgestellt.
Am Ende des Prozesses erreicht das Produkt einen Trockensubstanzgehalt von rund 80 %. Es ist damit lagerfähig, transportfähig und für die weitere Verwertung vorbereitet.
Technische Daten der Bandtrocknungsanlage in Israel
Die für das Projekt IL-Daya konzipierte Anlage ist für den robusten industriellen Dauerbetrieb unter den besonderen klimatischen Bedingungen der Negev-Wüste ausgelegt.
DIE ANLAGE IM ÜBERBLICK
- Anlagentyp: modDryer-MRK-E-19-3
- Trocknungsprinzip: einstufiger Bandtrockner mit vorgeschalteter Rückmischeinheit
- Aufstellung: Bandtrockner-Tunnel für den Außenaufbau
- Anlagenlänge: ca. 50 Meter
- Bandfläche: ca. 114 m²
- Wasserverdampfungsleistung: rund 2,8 Tonnen pro Stunde
- Beheizung: Warmwasser-Wärmetauscher mit integrierter Wärmerückgewinnung
- Steuerung: vollautomatische Siemens-S7-Prozesssteuerung mit Fernwartungsmodul
- Material: Edelstahlausführung für robusten Dauerbetrieb unter Wüstenklima
- Trockensubstanz des Endprodukts: rund 80 %
Die Kombination aus Rückmischung, Bandtrocknung und Wärmerückgewinnung ermöglicht einen kontinuierlichen Prozess.
Dadurch kann ein Ausgangsmaterial verarbeitet werden, das aufgrund seines hohen Feuchtigkeitsgehalts nicht direkt auf einem Bandtrockner getrocknet werden könnte.
Montage des Bandtrockners unter extremen Bedingungen in der Negev-Wüste
Nach monatelanger Planung und Vorfertigung in Deutschland reiste das Montageteam von Hans Binder nach Israel. Dort wurden die vorgefertigten Module zu einer vollständigen Anlage zusammengeführt.
VORGEFERTIGTE MODULE DER TROCKNUNGSANLAGE
- Einlaufmodul
- Trocknungskammern
- Austragsmodul
- Rückmischeinheit
- weitere Fördertechnik
Kammer für Kammer entstand daraus in der Eshkol-Region ein knapp 50 Meter langer Trocknungstunnel.
Eine zusätzliche Herausforderung waren die hohen Temperaturen in Israel im August 2026. Deshalb musste ein großer Teil der Montagearbeiten in die Nachtstunden verlegt werden.
Dennoch hatte die Verlagerung der Arbeiten keine negativen Auswirkungen auf den Zeitplan.
David Gollmann, Chef-Servicetechniker der Hans Binder engineering GmbH: „Aufgrund der sehr heißen Tage in Israel im August 2026 wurde ein Großteil der Montagearbeiten in der Nacht verrichtet, was jedoch keine negativen Auswirkungen auf den Zeitplan hatte. Besten Dank an mein Team und die lokalen Helfer für diesen bemerkenswerten Einsatz bei diesen extremen Bedingungen!“
Rund drei Wochen dauerte die mechanische und elektrische Montage bislang. Dabei wurde das Hans-Binder-Team von lokalen Fachkräften unterstützt.
Trocknungstunnel, Rückmischeinheit und Teile der Peripherie sind inzwischen installiert. Als nächster Schritt folgt die Steuerungstechnik.
Wie unterstützt die Gärresttrocknung die Kreislaufwirtschaft?
Die Trocknung erfüllt in diesem Projekt nicht nur eine verfahrenstechnische Aufgabe. Gleichzeitig verändert sie die Eigenschaften des Reststoffs entscheidend.
Das zunächst sehr feuchte Material ist ohne weitere Behandlung weder lager- noch transportfähig. Durch die Aufbereitung und anschließende Trocknung wird der Trockensubstanzgehalt jedoch auf rund 80 % erhöht.
Dadurch entsteht ein Produkt, das:
- lagerfähig ist,
- transportiert werden kann,
- für die weitere Verwertung vorbereitet ist.
Damit schafft die Trocknung eine wichtige Voraussetzung, um organische Reststoffe aus kommunalem Siedlungsabfall wieder in einen weiteren Verwertungskreislauf zu überführen.
Nächster Schritt: Inbetriebnahme der Trocknungsanlage in Daya
Mit der weitgehend abgeschlossenen Montage ist der Grundstein für den nächsten Projektabschnitt gelegt.
In den kommenden Wochen reist das Inbetriebnahme-Team von Hans Binder erneut nach Daya. Dort wird die Anlage zunächst in Betrieb genommen und anschließend im Probebetrieb schrittweise auf die vorgesehenen Zielwerte eingestellt.
Zur Inbetriebnahme gehören außerdem die Schulung des Betriebspersonals sowie die Optimierung der Prozessparameter für den späteren Regelbetrieb.
Hans Binder wird die weiteren Projektschritte begleiten. Zudem wird das Unternehmen über die erste Inbetriebnahme sowie den anschließenden stabilen Regelbetrieb der Bandtrocknungsanlage in der Negev-Wüste berichten.
Fazit: Bandtrocknung hochfeuchter Gärreste mit Rückmischung
Das Projekt IL-Daya zeigt, dass auch sehr feuchte Gärreste mit einem Feststoffgehalt von zunächst nur rund 20 % industriell mit einem Bandtrockner verarbeitet werden können.
Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Aufbereitung des Ausgangsmaterials bereits in das Anlagenkonzept integriert wird.
Die vorgeschaltete Rückmischeinheit bringt das feuchte Presswasser zunächst auf eine für die Bandtrocknung geeignete Konsistenz. Anschließend übernimmt der modDryer-MRK-E-19-3 die kontinuierliche Trocknung bis zu einem Trockensubstanzgehalt von rund 80 %.
Mit einer Wasserverdampfungsleistung von rund 2,8 Tonnen pro Stunde, einer Bandfläche von ca. 114 m² und einer Anlagenlänge von knapp 50 Metern ist die Anlage für den industriellen Dauerbetrieb ausgelegt.
Nach der Montage in der Negev-Wüste steht nun mit der Inbetriebnahme der nächste entscheidende Projektschritt bevor.

Montage der Bandtrocknungsanlage in Daya in der Negev-Wüste
Häufige Fragen zur Trocknung von Gärresten
Bei sehr hohem Feuchtigkeitsgehalt kann eine direkte Aufgabe auf das Trocknungsband problematisch sein. Im Projekt IL-Daya wird deshalb bereits getrocknetes Endprodukt mit dem feuchten Presswasser rückvermischt. Dadurch entsteht eine Konsistenz, die sich gleichmäßig auf das Trocknungsband aufgeben lässt.
Der Presswasseranteil erreicht die Anlage mit einem Feststoffgehalt von rund 20 %. Nach der Aufbereitung und Trocknung verlässt das Material die Anlage mit einem Trockensubstanzgehalt von rund 80 %.
Die Anlage erreicht eine Wasserverdampfungsleistung von rund 2,8 Tonnen pro Stunde. Der Bandtrockner verfügt über eine Bandfläche von ca. 114 m² und ist insgesamt knapp 50 Meter lang.
Die Beheizung erfolgt über Warmwasser-Wärmetauscher. Zusätzlich verfügt die Anlage über eine integrierte Wärmerückgewinnung.
Das feuchte Ausgangsmaterial ist ohne weitere Behandlung weder lager- noch transportfähig. Durch die Trocknung entsteht ein stabiles Produkt mit einem Trockensubstanzgehalt von rund 80 %, das gelagert, transportiert und einer weiteren Verwertung zugeführt werden kann.
Das feuchte Ausgangsmaterial ist ohne weitere Behandlung weder lager- noch transportfähig. Durch die Trocknung entsteht ein stabiles Produkt mit einem Trockensubstanzgehalt von rund 80 %, das gelagert, transportiert und einer weiteren Verwertung zugeführt werden kann.
Über Hans Binder
Hans Binder entwickelt und realisiert industrielle Trocknungslösungen für unterschiedlichste Branchen – von Holz und Biomasse bis hin zu Recycling, Lebensmittel und Industrieanwendungen. Der Fokus liegt dabei stets auf einem ganzheitlichen Ansatz: von der Analyse des Materials bis zur optimal abgestimmten Anlagentechnik.